Drüggelter Kapelle

Intro

1. Einige Angaben zur Drüggelter Kapelle

Von außen wirkt die Kapelle recht unauffällig. Sie ist ein zwölfeckiger Zentralbau

mit zwei sichtbaren Anbauten: die Vorhalle im Süden und die Apsis im Osten.

Das Gebäude ist ursprünglich aus dem für die Region typischen grünen Sandstein errichtet worden und heute weiß verputzt. Das Glockentürmchen auf dem schiefergedeckten Dach unterstreicht den Zentralbau-Charakter des Gebäudes.

Die Kapelle hat einen Durchmesser von 11 Meter.

8. Heutige Nutzung



In der Kapelle, die zur Körbecker Pfarrei „Zum guten Hirten“ gehört, werden regelmäßig Gottesdienste gefeiert.

Die Kapelle hat eine hervorragende Akustik. Seit Jahren finden deshalb hier im Sommer und Herbst die Drüggelter Konzerte statt, organisiert vom Heimatverein Möhnesee und der Musikschule Soest. Über Pfingsten ziehen die Drüggelter Kunststückchen, das kleinste Kunstfestival Westfalens, sehr viele Gäste an die Drüggelter Kapelle und das gesamte Hofgelände. Die vielen Kunstwerke rund um die Kapelle stammen von Künstlern, die bereits  an den Drüggelter Kunststückchen mitgewirkt haben.

Die Kapelle ist tagsüber von 10:00 – 17:00 Uhr geöffnet.

Führungen in der Kapelle sind nach Anmeldung möglich (https://www.moehnesee.de/de/Toubiz-POI/Drueggelter-Kapelle).

Fotos aus 3D-TOUR

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2. Die Lage der Drüggelter Kapelle:

Die Kapelle liegt inmitten der Drüggelter Höfe, ca. 500 m nördlich der Möhnetalsperre auf einer Anhöhe, die dem Haarhöhenzug vorgelagert ist – ca. 260 m über NN.

Zum Standort auf der Hofanlage der Familie Schulte-Drüggelte gehören eine Kulturscheune, das private Gästehaus „Altes Backhaus“ sowie ein markanter Brunnen mit einer Skulptur der Künstlerin Edda Tubbesing aus Arnsberg. Die Hofanlage liegt oberhalb eines Quellgebietes im Übergang von sauerländischem zu münsterländischem Gestein. Wegen des Wasservorkommens haben hier schon vor über 1000 Jahren Menschen gesiedelt, vielleicht sogar schon sehr viel früher.

Im Mittelalter lagen die Höfe und die Kapelle an einer viel genutzten Route zwischen den Städten Soest im Norden und Arnsberg im Süden.

4. Eingang von der Südseite mit einem eigenen Vorbau

Der hölzerne Eingangstür des Südeingangs ist umrahmt von romanischen Säulen und einem steinernen Torbogen (Tympanon) über einem verzierten Türsturz.

5. Verzierter Torbogen

Der Torbogen zeigt Reste einer figürlicher Darstellung, vermutlich dem Fußende eines Kreuzes.

3. Das Innere der Kapelle

Wer die Kapelle betritt, ist vielleicht zunächst verwirrt von der Vielzahl an Säulen und Pfeilern. Sehr schnell wird man aber die zugrundeliegende Anordnung der Säulen erkennen:

4 massive Säulen, durch Bögen verbunden, bilden ein Rondell in der Mitte;

diese vier Säulen tragen ein kleines Kuppelgewölbe, in dem eine hölzerne Klappe den Zugang zum Glockenturm bildet;

12 schlankere Säulen mit Säulenfuß (= Basis), Säulenstamm (= Schaft) und Säulenkopf

(= Kapitell) umkränzen das Rondell;

11 flache Wandpfeiler (= Pilaster) - jeweils den mittleren Säulen gegenüberstehend und

mit Kreuzgewölbe verbunden - untergliedern das Außenmauerwerk.

Ein Wandpfeiler an der Ostseite fehlt, dort ist die Apsis angebaut.

Der Außenmauer ist eine umlaufende steinerne Sitzbank vorgebaut, auf der eine Holzabdeckung zum Verweilen einlädt.

9. Grundriss der Kapelle:

Der Grundriss der Drüggelter Kapelle zeigt eine gewisse Nähe zum Grundriss der Grabeskirche von Jerusalem aus der Zeit vor dem 12. Jahrhundert auf. 

7. Östlicher Anbau

Die Kapelle hat vermutlich nachträglich zum Osten hin einen halbrunden Anbau erhalten,  eine sog. Apsis, in dem ein steinerner Altar aufgestellt wurde. Im christlichen Ritus wurde der Gottesdienst in der Regel mit Blick zur aufgehenden Sonne, also nach Osten hin, gefeiert.



Die Kreuzesgruppe mit Maria und Johannes unter dem Kreuz Jesu wurde aus Treibholz vom Möhnesee geschnitzt (Otto Kissmann (†1979), lange Jahre Küster in Neuengeseke und später Gärtner auf Haus Delecke).

6. Ausmalungen in der Kapelle

Bei der letzten Renovierung wurden Ausmalungen freigelegt. Wie andere Kirchen und Kapellen der Romanik dürfte auch die Drüggelter Kapelle figürlich und mit Ornamenten ausgemalt gewesen sein. Hier sehen wir z.B. Reste eines gemalten Wandteppichs oder Wandgitters.

10. Die Eichentruhe

Die Eichentruhe ist aus einem einzigen Baumstamm gearbeitet und mit Eisen beschlagen.

Sie stammt aus der Zeit um 1170 – dies ergaben dendrochronologische Untersuchungen der Jahresringe des Baumes.

Ihre ursprüngliche Funktion ist nicht mehr bekannt. Diente sie als Aufbewahrungsort von profanen oder liturgischen Geräten – oder sollte sie einen Holzsarg als Grab Christi darstellen?

Einem größeren Publikum wurde diese schwere Truhe bekannt, als sie für die bedeutende Stauferausstellung 1977 nach Stuttgart transportiert wurde.

13. Westlicher Säulenkopf

Dieser zeigt rätselhafte Köpfe und einen Widderkopf (-Symbol des Bösen)

12. Östlicher Säulenkopf des Kreises

Dieser zeigt eine Sonne (-Symbol des Lichts)

11.Säulenkapitelle